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Neu im Außenbereich: Kavernenkopf aus Lesum

14. Mai 2025

Als neues "Tor zum Weserblick" steht seit Anfang des Jahres im Außenbereich des Museums ein rund drei Meter hoher und sechs Meter breiter Kavernenkopf.

Bis zum Sommer 2021 war der Kavernenkopf das "Tor" zu einem künstlich geschaffenen, großen Hohlraum, der sich weit unterhalb der Erdoberfläche in einem Salzstock befindet. In einer solchen Gaskaverne werden große Volumen Gas, meist Erdgas, gelagert. Gaskavernen werden mit hohem Innendruck betrieben, um möglichst viel Gas dort speichern zu können.


Das Kavernenfeld liegt im Ortsteil Burg-Grambke nahe der Lesum und besteht aus insgesamt neun Kavernen. Eigentümer ist der Erdölbevorratungsverband (EBV). Sieben Kavernen werden von der Nord-West Kavernengesellschaft mbH (NWKG) im Auftrag des EBV zur Speicherung von Dieselöl betrieben, zwei Kavernen sind an Storengy als Erdgasspeicher verpachtet. Der Kavernenkopf am Museum wurde bei einer der zwei der heutigen Dieselöl-Kavernen (L201, L203) von 1988 bis 2022 von wesernetz für die Erdgasspeicherung genutzt.


Zur Kaverne führt eine lange "mehrlagige Rohrtour", eine Rohr-in-RohrKonstruktion ("Rohrtour"), von der Erdoberfläche bis in den oberen Teil des Hohlraumes, "Kavernenhals" genannt. Der Kavernenkopf ist das obere Ende der "Rohrtour" und gewährleistet einen sicheren Zugang für die Befüllung und Entnahme von Erdgas. Aufgrund des hohen Leitungsdrucks zwischen 30 und 165 bar besteht der Kopf aus sehr sehr starkem Material, was ein Gewicht von über fünf Tonnen mit sich bringt.


Die beiden Kavernen von wesernetz wurden als Ausgleich für saisonale Verbrauchsschwankungen im Versorgungsnetz konzipiert und genutzt. Ihre "Teufe" (=Tiefe im Erdreich) liegt bei 1050–1350 m, das verfügbare Arbeitsgas betrug 68 Mio. m³. Der Speicher war über eine eigene Hochdruck-Leitung zum multifunktionalen Netzkoppelpunkt "Riedemannstraße" im Ortsteil Oslebshausen an das Fernleitungsnetz und an das örtliche Versorgungsnetz angeschlossen. Die saisonale Speicherung von Erdgas in Kavernen hat den zusätzlichen Mehrbedarf an Gaskapazitäten im Winter abgedeckt und das nationale Ferngasnetz entlastet. 

Um das Erdgas vollständig aus einer Kaverne herauszubekommen, wird die Kaverne vollständig mit Wasser gefüllt. Das vorhandene Gas wird durch Wasser verdrängt und im Bremer Gasnetz verwertet. Weiterhin ist die Füllung mit Wasser als Vorbereitung für den Nachfolgebetrieb notwendig. Das notwendige Wasser wird der Lesum über ein vorhandenes Entnahmebauwerk entnommen. Über ein Rohrleitungssystem wird das Wasser dem Kavernengelände zugeführt, dort auf den notwendigen Druck erhöht und in eine der Kavernen injiziert.

Norbert Weigend

Fotos: Wikipedia/Quarz

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